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Schwerpunkt Integration von Geflüchteten

Ein Projekt von

Brückenbauer:innen
und Trauma

Psychotherapie und Soziointegration Hand in Hand

Unser Weg zur Stabilität

Seit Ende 2020 unterstützt NCBI gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum für psychische Gesundheit, Trauma und Migration psychisch belastete Geflüchtete. Mit unserem einzigartigen Angebot verbinden wir Psychotherapie mit sozialer Integration – praxisnah, wirksam und nachhaltig.

Speziell geschulte Brückenbauer:innen (selbst integrierte Geflüchtete) begleiten Klient:innen in ihrer Muttersprache, stärken Orientierung und Motivation, vernetzen sie mit wichtigen Ressourcen und entlasten die Regelstruktur sowie die behandelnden Therapeut:innen. So schaffen wir seit mehreren Jahren niederschwellige Zugänge, die psychische Stabilisierung und Integration gleichermassen fördern.

Ablauf der Begleitung:

  • Gemeinsam starten – selbstständig ankommen»
  • Schritt für Schritt zur Selbstständigkeit»
  • Begleitet. Gestärkt. Selbstständig»

Gemeinsame Ziele

1. Kosteneffizienz

Für die fallführenden Stellen in den Kantonen St. Gallen und Aargau ist die Teilnahme kostenlos. In allen anderen Kantonen gelten die unter „Kosten“ aufgeführten Ansätze. Unser präventiver Ansatz reduziert Folgemassnahmen und ist im Vergleich zu reaktiven Interventionen deutlich kosteneffizienter.

2. Gesundheitsförderung

Wir leisten einen wichtigen Beitrag zur psychischen Stabilisierung von belasteten Geflüchteten.

3. Integration

Durch die aktive Begleitung in Muttersprache (13 Sprachgruppen) stärken Brückenbauer:innen die gesellschaftliche Teilhabe.

4. Ressourcenoptimierung

Vorhandene Strukturen werden effektiv genutzt – mit klarer Entlastung für Betreuung und Sozialdienste.

NCBI Illustration Loesung

Teilnehmer:innenstimmen

NCBI Illustration Runder Tisch

«Weil ein kurzer Aufenthalt in der Psychiatrie meistens keine nachhaltige Lösung ist.»

Teilnehmer:in interdisziplinäre Weiterbildung

«Es geht um Zusammenarbeit. Aufgaben werden aufgeteilt und das ist eine Bereicherung für alle.»

Fallführende Stelle

«Die Begleitung durch die Brückenbauer­:innen ist für alle spürbar und erzielt positive Veränderungen.»

Fallführende Stelle

«Jeder Sozialdienst und jede Fachstelle mit Kontakt zu Asylpersonen sollte das Angebot kennen.»

Teilnehmer:in interdisziplinäre Weiterbildung

Kostenübernahme

Die psychotherapeutischen Kosten werden von der Krankenversicherung übernommen. Die Finanzierung der soziointegrativen Begleitung durch unsere Brückenbauer:innen variiert je nach Kanton:

  • St. Gallen und Aargau: bis zu einer gewissen Stundenanzahl durch Kanton/Bund übernommen.
  • Andere Kantone: durch die fallführende Stelle (z. B. Sozialhilfe, KESB, Schulen)

Kostenübersicht:

  • CHF 450 Fallpauschale (alle 40 Begleitstunden erneut fällig)
  • CHF 120 / Stunde für die Begleitung durch Brückenbauer:innen
  • CHF 20 pro Treffen für Reisespesen
  • Ab 1 Stunde Reisezeit (Hin & Rückweg): ½ der Reisezeit wird verrechnet (z. B. 1 h = CHF 60)

Gesamtkosten

Alle Einsätze werden flexibel gestaltet und an die Bedürfnisse der Klient:innen angepasst. Es werden ausschliesslich geleistete Stunden in Rechnung gestellt. Eine detaillierte Kostenübersicht zu unterschiedlichen Einsatzumfängen (z. B. 5, 10 oder über 60 Treffen) finden Sie in unserer Offerte.

Sprachen

Tigrinya
Arabisch
Dari/Farsi
Paschtu/Urdu
Kurdisch
Somali
Tamilisch
Ukrainisch
Russisch
Türkisch
Tibetisch
Deutsch
Englisch

Projektpartner

Das Projekt wird durchgeführt in Zusammenarbeit mit der Projektförderung Prävention in der Gesundheitsversorgung von Gesundheitsförderung Schweiz und wird unterstützt durch das Bundesamt für Polizei fedpol, den Integrationskredit des Bundes, das Amt für Soziales des Kantons St.Gallen und den Kanton Schwyz.

Kanton St. Gallen Integration und Gleichstellungsförderung
Gesundheitsfoerderung Schweiz
Staatssekretariat für Migration SEM
Logo edi:eqk
Kanton aargau logo
Logo migros kulturprozent

Kooperation mit Psycho­therapeut:innen

Wir suchen laufend Psychotherapeut:innen, die Klient:innen im Rahmen unseres Projekts begleiten. Eigene Klient:innen können eingebracht oder Projektklient:innen übernommen werden. Weitere Infos finden Sie im Informationsblatt für Psychotherapeut:innen.

Seit Projektstart bilden wir jedes Jahr neue Brückenbauer:innen aus – engagierte Menschen mit eigener Fluchterfahrung, die heute anderen auf ihrem Weg zur Stabilisierung und Integration zur Seite stehen. Mittlerweile haben wir über 80 qualifizierte Brückenbauer:innen in verschiedenen Kantonen ausgebildet, die in zahlreichen Sprachen begleiten.

Qualifikation & Auswahl

Unsere Brückenbauer:innen sind fachlich qualifizierte Personen mit beruflichem Hintergrund im sozialen, gesundheitlichen, pädagogischen oder rechtlichen Bereich.
Die Zuweisung einer Brückenbauer:in zu einem Fall erfolgt sorgfältig – unter Berücksichtigung von Fachkompetenz, Geschlecht, Sprache, regionaler Nähe und individuellen Bedürfnissen der Klient:innen.

Wie wird man Brückenbauer:in?

Voraussetzung sind Deutschkenntnisse auf Niveau B2 sowie ein Bewerbungsprozess mit Lebenslauf, Motivationsschreiben und persönlichem Gespräch. Nach der Auswahl folgt die Grundausbildung, ergänzt durch Vertiefungsmodule und Selbststudium. Nach Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat als Brückenbauer:in.

Inhalte der Ausbildung:

  • Trauma und weitere psychische Erkrankungen (Manie, Depression, Selbst/Fremdgefährdung, Suizidalität)
  • Transkulturelle psychische Gesundheit
  • Gesprächsführung
  • Motivation, Zielerreichung, Orientierung
  • Aktivierung, Beruhigung, Realitätsorientierung
  • Dekompensation
  • Sucht, Suchtprävention
  • Compliance
  • Rollenverständnis und Abgrenzung
  • Integration
  • Herausforderungen von Familien mit Fluchterfahrung
  • Selbstmanagement
  • Umgang mit MNA’s
  • Begleitung nach stationärem Aufenthalt
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit
  • Dokumentation & Administration
  • Schweizerisches Gesundheitssystem
  • Krankenversicherungen

Begleitung & Weiterentwicklung

Während ihrer Tätigkeit werden die Brückenbauer:innen fortlaufend begleitet. Sie erhalten regelmässige Coachings, nehmen an individuellen Supervisionen teil und besuchen interne Weiterbildungen, Intervisionen sowie kollegiale Fallbesprechungen, um eine fachliche Qualität, reflektierte Praxis und kontinuierliche Weiterentwicklung sicherzustellen.
Interessiert? Melden Sie sich gerne über unser Kontaktformular.

Unsere Brückenbauer:innen

Peter Mozolevskyi

Peter Mozolevskyi

Position: Brückenbauer
Sprachen: Ukrainisch, Russisch, Deutsch, Englisch
Portrait Zahar Khawar

Zahra Khawari

Position: Brückenbauerin
Sprachen: Dari und Farsi
BB Roksam Kasem

Roksam Kasem

Position: Brückenbauerin
Sprachen: Arabisch und Kurdisch
BB Shishai

Shishai Haile

Position: Brückenbauer
Sprachen: Bilen, Tigrinya

Interdisziplinäre Weiterbildung für Fach­personen aus dem Sozial- und Gesundheits­wesen

Fachpersonen im Sozial- und Asylwesen sind zunehmend mit komplexen Situationen konfrontiert, die ein hohes Mass an interkultureller Kompetenz, psychologischem Wissen und interdisziplinärer Zusammenarbeit erfordern.

Vor diesem Hintergrund bietet NCBI und das Kompetenzzentrum für psychische Gesundheit, Trauma und Migration eine interdisziplinäre Weiterbildung für Fachpersonen aus dem Sozial- und Asylwesen an. Diese wurde bislang achtmal mit jeweils 20–35 Teilnehmenden durchgeführt. Aufgrund der grossen Nachfrage findet sie mehrmals jährlich statt – mit dem Ziel, den Austausch zwischen Gesundheits- und Sozialwesen zu stärken und die Kooperation, Qualität und Nachhaltigkeit zu fördern.

Interdisziplinäre Weiterbildung:
Kooperation zwischen Psychiatrie und Sozialwesen in der Begleitung von belasteten Geflüchteten

  • Vorstellung des Projekts Brückenbauer:innen und Trauma (Bedürfnisse, Angebot, Erfahrungen)
  • Systemische und transkulturelle Perspektiven auf psychische Gesundheit
  • Abgrenzung zwischen medizinischen und soziointegrativen Interventionen
  • Optimierung der Zusammenarbeit zwischen Medizin und Soziointegration
  • Praxisbeispiele und Erfahrungsberichte von Brückenbauer:innen
  • Möglichkeiten zur Kooperation
NCBI Illustration Trauma

Referierende

  • Dr. med. Fana Asefaw, Leiterin Kompetenzzentrum für psychische Gesundheit, Trauma und Migration
  • Ron Halbright, Gründer und Programmleiter NCBI Schweiz
    Brückenbauer:innen aus dem Projekt
  • Prof. Dr. Simon Wieser und
  • Mélanie Stamm, Institut für Gesundheitsökonomie, ZHAW

Zielgruppe

Ärzt:innen, Psychotherapeut:innen, Sozialdienste, KESB-Mitarbeitende, Krankenversicherungen, Fachpersonen aus dem Asylwesen, Schulsozialarbeit und weitere Fachkräfte aus dem Gesundheits- und Sozialbereich.

Aktueller Stand

Die Weiterbildung befindet sich derzeit in einer internen Weiterentwicklungsphase. Ziel ist es, das Konzept künftig noch gezielter auf die Bedürfnisse der Fachpersonen auszurichten und die Wirkung in der Praxis zu vertiefen.

Stimmen aus der Weiterbildung

«Weil ein kurzer Aufenthalt in der Psychiatrie meistens keine nachhaltige Lösung ist.»

«Jeder Sozialdienst und jede Fachstelle mit Kontakt zu Asylpersonen sollte das Angebot kennen.»

SBAP label de

Die Interdisziplinäre Weiterbildung ist seit Dezember 2022 SBAP anerkannt.

Evaluation & Qualitätssicherung

Die Wirkung unseres Projekts wird laufend wissenschaftlich evaluiert in Zusammenarbeit mit Gesundheitsförderung Schweiz und der Eidgenössischen Qualitätskommission.
Teilnehmenden Personen verpflichten sich bei der Anmeldung zur Teilnahme an der Evaluation. Damit sichern wir Qualität, Fall-Monitoring und die kontinuierliche Weiterentwicklung des Projekts.
Aktuell wird die Evaluation fortlaufend durchgeführt und um einen qualitativen Teil ergänzt, um vertiefte Einblicke in den Nutzen der Begleitungen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu gewinnen.

Evaluationsbericht 2023

Für die erste Projektphase wurde eine standardisierte Evaluation durchgeführt. Vor und nach jeder Begleitung erhielten fallführende Person, Klient:innen, Therapeut:innen und Brückenbauer:innen Kurzfragebögen, um die Wirkung der Begleitung auf Stabilisierung und Integration zu erfassen. Die erhobenen Daten wurden statistisch ausgewertet und zusätzlich durch eine qualitative Inhaltsanalyse zusammengefasst.

Die Ergebnisse zeigen eine deutliche positive Wirkung auf das Wohlbefinden der Klient:innen, die Kooperation zwischen Fachstellen und die Effizienz der Unterstützung. Der vollständige Evaluationsbericht ist auch auf der Website von Gesundheitsförderung Schweiz abrufbar.

Brückenbauer:innen in den Medien

Seminarzimmer 3

Contre les traumatismes, créer des ponts

En tenant compte de manière systémique des besoins accrus des personnes migrantes en matière de santé mentale, une prise en charge basée sur le lien répond à un véritable besoin de soins. Un projet suisse-alémanique s’y emploie.

Offener Brief

Rund 6500 geflüchtete Menschen leben in der Schweiz von Nothilfe. Ihr Asylgesuch wurde abgelehnt, dennoch kehren sie aus Angst vor Verfolgung, Gewalt und Unterdrückung nicht freiwillig in ihr Herkunftsland zurück. Mit Zermürbungstaktik und Zwangsmassnahmen versuch die Behörden je nach Kanton, die Menschen zur Ausreise zu bewegen. Das hat schwerwiegende Folgen für die psychische Gesundheit der Betroffenen.

Aktuell fordern mehr als 300 medizinische und psychotherapeutische Fachpersonen mit einem Offenen Brief die Politik, verantwortliche Ämter und Vollzugsorganisationen auf, die gesundheitlichen Folgen des Nothilferegimes zu bedenken und die notwendigen Schritte für eine humane Behandlung von abgewiesenen Asylsuchenden einzuleiten.

Hier können Sie den offenen Brief auf Deutsch, Französisch und Italienisch herunterladen

Edin Bislimi

Edin Bislimi

Position: Projektadministrator
Sprachen: Deutsch, Englisch, Albanisch
Portrait Fana Asefaw

Dr. med. Fana Asefaw

Position: Medizinische Leitung – Brückenbauer:innen und Trauma
BB Soraya Cruz Christodoulou

Soraya Cruz Christodoulou

Position: Projektkoordination BBTrauma
Sprachen: Deutsch,
Portrait Madleina Brunner Thiam

Madleina Brunner Thiam

Position: Mitglied der Geschäftsleitung

Kontakt

Projektleitung: Madleina Brunner Thiam (Leitung Integration, Administration) und Dr. med. Fana Asefaw (Leitung Psychotherapie)
Projektkoordination: Soraya Cruz Christodoulou und Julian Salzmann

Strategische Projektverantwortung: Ron Halbright

NCBI Schweiz


Hobelwerkweg 37a

8404 Winterthur
Telefon: 044 721 10 50
bbtrauma@ncbi.ch

ncbi.ch

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