Projekt „Unsere Stimmen“ im Kanton Wallis

„Unsere Stimmen“ ist ein Partizipationsprojekt von NCBI Schweiz, das 2019 in Zürich ins Leben gerufen wurde. Seither wurde es erfolgreich in mehreren Kantonen umgesetzt, darunter Zug/Schwyz, Bern und Aargau – seit dem Jahr 2025 ist das Projekt auch im Kanton Wallis!

Das Ziel des Projekts ist es, geflüchteten Menschen eine Plattform zu bieten, um ihre Anliegen selbst zu vertreten und aktiv an Diskussionen zur Integration mitzuwirken. Statt nur über sie zu sprechen, sollen sie selber zu Wort kommen und Veränderungen mitgestalten.

Warum ist das Projekt wichtig?

Geflüchtete Menschen sind oft Gegenstand politischer Debatten, haben jedoch selten die Möglichkeit, aktiv mitzuwirken und sich auf Augenhöhe zu äussern. „Unsere Stimmen“ schafft einen Raum, in dem sie ihre Perspektiven, Erfahrungen und Anliegen direkt einbringen können – konstruktiv, lösungsorientiert und mit Wirkung.

Das Projekt hat bereits in anderen Kantonen gezeigt, dass Geflüchtete durch gezielte Weiterbildung und Vernetzung kompetente Empfehlungen entwickeln können, die in die öffentliche Diskussion einfliessen. Ein bedeutendes Beispiel für die Wirksamkeit des Projekts ist die Gründung des Flüchtlingsparlaments Schweiz im Jahr 2021, das die politischen Anliegen von Geflüchteten nun auf nationaler Ebene vertritt.

Projektablauf im Wallis

Das Projekt im Kanton Wallis findet zweisprachig statt. Für alle Anlässe wird eine Übersetzung Deutsch-Französisch organisiert.

  1. Das erste Treffen fand am 7. Juni 2025 statt und diente als Informationsveranstaltung für Geflüchtete. Dabei tauschten sich die Teilnehmenden über ihre aktuelle Situation, Bedürfnisse und Herausforderungen aus und wählten die prioritären Themen aus, die sie im weiteren Verlauf des Projekts vertiefen möchten. Im Wallis wurden an diesem Treffen zwei Themen ausgewählt: zum einen der Bereich «Arbeit und Bildung», zum anderen Herausforderungen, die mit dem Aufenthaltsstatus verbunden sind.
  2. Diese beiden Themen wurden an zwei Weiterbildungen im September 2025 und im Januar 2026 vertieft. Dabei erhielten die Teilnehmenden wichtige Informationen zu den gewählten Themen und konnten ihre Fragen dazu stellen. In der Folge erarbeiteten sie konkrete Empfehlungen zu diesen Themen und treten in den Austausch mit Entscheidungstragenden und Expert:innen, um ihre Anliegen weiter zu präzisieren.
  3. Im Jahr 2026 werden die erarbeiteten Empfehlungen nun im Rahmen von öffentlichen Hearings vorgestellt. An diesen öffentlichen Veranstaltungen präsentieren die Geflüchteten ihre Vorschläge und berichten von ihren Erfahrungen. Dabei treten sie in den Dialog mit Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung, relevanten Institutionen und der lokalen Bevölkerung, um ihre Anliegen in den gesellschaftlichen und politischen Diskurs einzubringen.

Das erste Hearing zum Thema «Arbeit und Bildung» findet statt am Montag, dem 14. September von 18.00 – 21.15h im Mehrzwecksaal der Schule Champsec in Sion.

Die folgenden Personen werden auf dem Podium an der Veranstaltung teilnehmen:

  • Jeanne Caruzzo, Centre Suisse-Immigrés (angefragt)

  • Raphaël Crittin, Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung, Amt für Berufsbildung – Kanton Wallis

  • Samuel Délèze, Schulleitung Schule Champsec (angefragt)

  • Swen Luyet, Kantonsrat der FDP, Präsident der Kommission für Erziehung, Bildung, Kultur und Sport (EBKS)

  • Amos Sylvain, Kantonsrat der Grünen, Mitglied der Kommission für Erziehung, Bildung, Kultur und Sport (EBKS)

Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenlos; alle interessierten Institutionen und Einzelpersonen sind eingeladen. Sie findet zweisprachig statt und wird simultan übersetzt (DE-FR-DE).

Wer kann mitmachen?

Alle Geflüchteten im Kanton Wallis, unabhängig von ihrem Herkunftsland oder Aufenthaltsstatus sind eingeladen teilzunehmen. Es ist weiterhin möglich, beim Projekt mitzumachen. Bei Interesse kann man jederzeit mit uns Kontakt aufnehmen!

Voraussetzungen:

  • Mindestsprachkenntnisse in Deutsch oder Französisch (Niveau B1)
  • Interesse daran, aktiv an einem partizipativen Prozess mitzuwirken

Kontakt

Mahtab Aziztaemeh, mahtab.aziztaemeh@ncbi.ch, 079 210 00 24

Peter Mozolevskyi, peter.mozolevskyi@ncbi.ch, 079 502 02 31

Firesesnai Sereke, firesenai.sereke@ncbi.ch

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