«Unsere Stimmen» ist ein Partizipationsprojekt von NCBI Schweiz, das 2019 in Zürich ins Leben gerufen wurde. Seither wurde es erfolgreich in mehreren Kantonen umgesetzt, darunter Zug/Schwyz, Bern und Aargau – seit 2025 ist das Projekt auch im Kanton Wallis.
Das Ziel des Projekts ist es, geflüchteten Menschen eine Plattform zu bieten, um ihre Anliegen selbst zu vertreten und aktiv an Diskussionen zur Integration mitzuwirken. Statt nur über sie zu sprechen, sollen sie selber zu Wort kommen und Veränderungen mitgestalten.
Geflüchtete Menschen sind oft Gegenstand politischer Debatten, haben jedoch selten die Möglichkeit, aktiv mitzuwirken und sich auf Augenhöhe zu äussern. «Unsere Stimmen» schafft einen Raum, in dem sie ihre Perspektiven, Erfahrungen und Anliegen direkt einbringen können – konstruktiv, lösungsorientiert und mit Wirkung.
Das Projekt hat bereits in anderen Kantonen gezeigt, dass Geflüchtete durch gezielte Weiterbildung und Vernetzung kompetente Empfehlungen entwickeln können, die in die öffentliche Diskussion einfliessen. Ein bedeutendes Beispiel für die Wirksamkeit des Projekts ist die Gründung des Flüchtlingsparlaments Schweiz im Jahr 2021, das die politischen Anliegen von Geflüchteten nun auf nationaler Ebene vertritt.
Das Projekt im Kanton Wallis findet zweisprachig statt. Für alle Anlässe wird eine Übersetzung Deutsch–Französisch organisiert.
Das erste Treffen diente als Informationsveranstaltung für Geflüchtete. Die Teilnehmenden tauschten sich über ihre aktuelle Situation, ihre Bedürfnisse und Herausforderungen aus und wählten die prioritären Themen aus, die sie im weiteren Verlauf vertiefen möchten. Im Wallis fiel die Wahl auf zwei Themen: den Bereich «Arbeit und Bildung» sowie Herausforderungen, die mit dem Aufenthaltsstatus verbunden sind.
An zwei Weiterbildungen wurden die beiden Themen vertieft. Die Teilnehmenden erhielten wichtige Informationen und konnten ihre Fragen stellen. In der Folge erarbeiteten sie konkrete Empfehlungen und traten in den Austausch mit Entscheidungstragenden und Expert:innen, um ihre Anliegen weiter zu präzisieren.
Die erarbeiteten Empfehlungen werden im Rahmen von öffentlichen Hearings vorgestellt. Dort präsentieren die Geflüchteten ihre Vorschläge und berichten von ihren Erfahrungen. Sie treten in den Dialog mit Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung, relevanten Institutionen und der lokalen Bevölkerung, um ihre Anliegen in den gesellschaftlichen und politischen Diskurs einzubringen.
Am ersten öffentlichen Hearing im Wallis stellten die Teilnehmenden ihre Empfehlungen zum Thema «Arbeit und Bildung» vor und berichteten von ihren Erfahrungen. Die Veranstaltung war öffentlich und kostenlos und fand zweisprachig mit Simultanübersetzung statt (DE–FR–DE).
Ein zweites Hearing zu den Herausforderungen rund um den Aufenthaltsstatus ist in Vorbereitung. Der Termin wird hier bekannt gegeben.
Alle Geflüchteten im Kanton Wallis sind eingeladen teilzunehmen – unabhängig von ihrem Herkunftsland oder Aufenthaltsstatus. Ein Einstieg ins Projekt ist weiterhin möglich: Bei Interesse können Sie jederzeit mit uns Kontakt aufnehmen.