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Rückblick: Praxiskurs Syrien am 17. April 2026

Am 19. April 2026 haben Fachpersonen aus Sozialdiensten, Asylbetreuung, Schulsozialarbeit, Schule und Arbeitsintegration einen gemeinsamen Tag des Lernens und Austauschs zur eritreischen Diaspora verbracht.

Das sind die zentralen Erkenntnisse, die wir mitnehmen:

📌 1. Struktur macht krank – wenn sie ausschliesst.
Dr. med. Fana Asefaw gab zu bedenken: “Eritreische Geflüchtete stossen auf strukturelle Diskriminierung und unüberwindbare Hürden und diese Strukturen machen krank.” Eine Einschätzung, die zum Nachdenken einlädt und Fachpersonen ermutigt, ihren eigenen Handlungsspielraum zu nutzen.

📌 2. Transkulturelle Kompetenz ist keine Option, sondern Voraussetzung.
“Wir brauchen Therapeut:innen, die transkulturell denken” und “einen integrierten und kultursensiblen Ansatz zur Integration” – so Dr. med. Fana Asefaw. Fachpersonen, die kulturelle Kontexte kennen und einbeziehen, erzielen messbar bessere Ergebnisse.

📌 3. Brückenbauer:innen wirken dort, wo klassische Strukturen an Grenzen stossen.
Ein Befund aus der Praxis, den Dr. med. Fana Asefaw formulierte: “Bei Brückenbauer:innen öffnen sich meine Patient:innen – Dolmetschende haben dagegen oft nur einen begrenzte n Spielraum.” Vertrauen, kulturelle Nähe und gemeinsame Sprache sind therapeutisch wirksam.

📌 4. Die eritreische Diaspora ist vielfältig – und komplex.
Pheben Asghedom (Ethnologin, Kulturvermittlerin, Dolmetscherin beim SEM) und ‌Shishai Haile (Kulturvermittler, Brückenbauer bei NCBI) beleuchteten Familiensysteme, kulturelle Prägungen und Diaspora-Dynamiken, die direkte Auswirkungen auf Beratung und Begleitung haben.

Diese Erkenntnisse sind nicht neu für uns, sondern sie sind der Kern unserer drei Projekte «Brückenbauer:innen und Trauma» (BBT) sowie «Brückenbauer:innen und Beeinträchtigung / Arbeitsintegration»

Seit Ende 2020 verbinden wir im BBT-Projekt Psychotherapie mit sozialer Integration: Speziell geschulte Brückenbauer:innen – selbst integrierte Geflüchtete – begleiten psychisch belastete Klient:innen in ihrer Elternsprache, in 13 Sprachgruppen. Sie stärken Orientierung und gesellschaftliche Teilhabe, vernetzen mit Ressourcen und entlasten Sozialdienste und Therapeut:innen spürbar.

Der Praxiskurs hat gezeigt: Das Wissen ist vorhanden. Jetzt braucht es mehr Fachpersonen, die es in die Praxis tragen.

Unser nächster Praxiskurs Syrien findet am 19.05.2026 in Zürich statt, wir freuen uns auf Ihre Anmeldung!

Haben Sie Fragen zum Praxiskurs, zu unseren nächsten Weiterbildungen oder zum Projekt BBT? Kontaktieren Sie uns gerne unter office@ncbi.ch .

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