“Wir können nicht weiter die Augen und Ohren verschliessen.” (Marco Jörg, Stiftung David Dienst Schweiz)
Dieser Satz prägte das Hearing zum Thema Geflüchtete mit Beeinträchtigungen, das am 04.02. in Zürich stattfand. Rund 50 Fachpersonen, Betroffene und Angehörige kamen zusammen, um zuzuhören, Erfahrungen sichtbar zu machen und konkrete Empfehlungen zu diskutieren.
Im Zentrum standen Praxisbeispiele von geflüchteten Menschen mit Beeinträchtigungen und ihren Angehörigen. Aus ihren Erfahrungen haben sie im Rahmen des NCBI-Projekts “Doppelte Grenzen überwinden” Empfehlungen abgeleitet, die an der gestrigen Veranstaltung mit den Podiumsgästen und dem Publikum diskutiert und weiter geschärft wurden. Deutlich wurde: Es fehlt nicht in erster Linie an Gesetzen, sondern an Zugang, Umsetzung und Mitbestimmung.
Warum ist das wichtig?
Geflüchtete Menschen mit Beeinträchtigungen sind mit doppelten Barrieren konfrontiert: den Herausforderungen des Ankommens und zusätzlich einem System, das für Menschen mit Beeinträchtigungen generell schwer zugänglich ist.
Besonders gravierend ist dabei der mangelnde Zugang zu Information, Beratung und Leistungen und die fehlende politische Mitsprache.
Die Rechte bestehen, ihre Umsetzung bleibt jedoch oft zufällig.
Was nehmen wir mit?
Teilhabe darf kein Zufall sein.
Es braucht:
- verständliche, mehrsprachige Informationen
- niederschwellige, kultursensible Beratung
- geeignete Unterbringung und barrierefreie Kommunikation
- gleichen Zugang zu Leistungen, insbesondere für Kinder, unabhängig vom Aufenthaltsstatus
- klare Zuständigkeiten bei Hilfsmitteln und deren Vorfinanzierung


